30.09.2026
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Wer saß denn da am Telefon? Ein Notruf, der Fragen aufwirft

Eschweiler. Wenn morgens um fünf Uhr das Telefon geht oder man die 112 wählen muss, dann sitzt der Schock tief. Eigentlich wissen wir alle, dass wir uns auf unsere Rettungskräfte verlassen können. Dort sitzen Profis, die uns in der größten Panik beruhigen und den Rettungswagen schicken. Aber darf ein Leitstellen-Mitarbeiter auch mal einen richtig schlechten Tag haben? Und wo ist die Grenze, wenn es um Menschenleben geht?

Ein älteres Ehepaar ringt auch Tage nach einem medizinischen Notfall noch immer um Fassung. Was war passiert? Wie sie der Filmpost berichten erlitt die Ehefrau in den frühen Morgenstunden – wie sich später im Krankenhaus herausstellte – eine schwere Sepsis und einen Nierenstau. Sie hatte unerträgliche Schmerzen und war völlig verwirrt. In seiner Not wählte der besorgte Ehemann daher sofort die 112.

Dort verwies der Disponent ihn erst einmal an die Nummer 116 117 (den ärztlichen Bereitschaftsdienst). Eine fatale Verzögerung: Noch während der Ehemann in der Warteschleife hing, wurde seine Frau plötzlich ohnmächtig.

Ein Satz, der tief sitzt

Vollkommen in Panik brach der Mann den Anruf ab und wählte erneut die 112. Doch statt schneller Hilfe wurde er am Telefon mit den Worten begrüßt: „Ich weiß nicht, was ich von Ihnen halten soll – wollen Sie mich verarschen?“ Ein Satz, der in so einer absoluten Ausnahmesituation einfach nur hilflos macht.

Am Ende kam der Rettungswagen zum Glück dann doch noch und brachte die Patientin ins Krankenhaus.

War das jetzt ein seltener Einzelfall?

Als das Ehepaar später im Krankenhaus sein Erlebnis schilderte, stellten sie fest, dass diese Ruppigkeit beim Notruf wohl schon mehrmals vorgekommen ist. War das dann immer der gleiche Disponent ?

Wir alle können uns bestimmt gar nicht vorstellen wie stressig der Job in der Leitstelle ist – gerade in der heutigen Zeit. Da kann so ein Ausrutscher ja sicher schnell passieren  - wenn es nur nicht so schlimm für die Patienten wäre.

Gaby Römers