Warum man bei Bienen nicht schwarz tragen soll
Inden-Altdorf. So langsam summt und krabbelt es wieder im Bienenstock. Imker Sebastian Robens aus Inden-Altdorf lud daher die Filmpost ein, einmal vor Ort Wissenswertes über das Imkerjahr zu erfahren.
Seine Bienen werden langsam aktiv und haben die Überwinterung in Segeberger Kisten aus Hartstyropor, geschützt durch sogenannte „Mäusegitter“, gut überstanden.
Schutz ist nötig, denn auch Mäuse lieben Honigwaben und die kuscheligen 36 Grad, die in so einem Bienenstock herrschen. Beim Gang zum Bienenhaus erklärt Robens, dass die Bienen bis zum 19. Jahrhundert in sogenannten transportablen runden Stülpern aus Korb ihren Stock hatten.
Bei der Ernte des Honigs musste damals, da die Bienen immer nach oben bauen, das Wabennest aus dem Stülper zerstörend herausgeschnitten werden, um an den Honig und das Wachs zu kommen.
Daher war die Entwicklung der mit Draht bespannten Rähmchen, die mit Abstand zueinander in einen Kasten gehängt wurden, durch August von Berlepsch im Jahr 1852 eine große Verbesserung und erlaubte von da an eine nachhaltigere Entnahme der Waben.
Beim Öffnen des Bienenstocks fällt auf, wie sauber hier die Rahmen und Aufhängungen sind. Das hat einmal hygienische Gründe und einmal vorbeugende. Ist nämlich alles verklebt, geht das Lösen der Rahmen nur durch Klopfen und Ziehen, wie Robens erklärt. Dies ist dann aber für die Bienen wie ein Fanfarenstoß zum Angriff, und sie verteidigen sofort energisch ihren Stock.
Man könnte für solche Situationen, wie einige Imker es machen, einen Schutzanzug anziehen, aber Robens, Imker mit Herz für seine Bienen, putzt da lieber so manche Stunde seine Rähmchen, was anstrengende Handarbeit ist. Als Belohnung dafür kann er seine Bienen entspannt in T-Shirt und Jeans versorgen.
Erstaunlich ist übrigens, dass die Bienen recht dunkel daherkommen. Robens erklärt dazu, dass die Biene Maja wohl eher einer Wespe nachempfunden wurde. Bienen sind tatsächlich dunkel und ursprünglich Waldbewohner – daher verwechseln sie schwarz gekleidete Menschen auch mit Bären und versuchen, den vermeintlichen Honigdieb zu vertreiben.
Interessant ist auch, dass die Drohnen (männliche Bienen) nur aus den unbefruchteten Eiern entstehen und ihre Waben größer sind als die Waben der Arbeiterbienen. Zudem haben Drohnen einen Freifahrschein und dürfen auch andere Bienenstöcke besuchen, ohne vertrieben zu werden, da sie für die weitere Brut sorgen und den Fortbestand des Stockes gewährleisten.
Während die Drohnen Besuche machen, füllen die Arbeiterbienen schon fleißig die Honigvorräte auf. Jetzt im April bringen sie die sogenannte Frühtracht ein. Dieser frühe Honig, regelmäßig genossen, kann bei Allergikern für eine Sensibilisierung sorgen. Dazu sei angemerkt, dass jeder Sortenhonig mindestens zu 60 % aus dem Nektar oder Honigtau der genannten Pflanze bestehen muss. Bei Sebastian Robens sind es 85 %.
Weiter geht es mit dem Bienenjahr im Frühsommer – dann berichten wir von der Honigernte.
Gaby Römers