Spaziergänger entdecken illegal abgeladenen Bauschutt im Bovenberger Wald
Eschweiler. Ein Fall illegaler Müllentsorgung sorgt derzeit für Aufsehen: Im Bovenberger Wald sollen mehrere Lkw-Ladungen Bauschutt abgeladen worden sein – mutmaßlich durch ein Unternehmen. Spaziergänger beobachteten den Vorfall und meldeten ihn dem Eschweiler Ordnungsamt. Nach Angaben der Zeugen konnte der Verursacher ermittelt werden. Auf Anfrage teilte die Stadtverwaltung mit: „Aufgrund des laufenden Verfahrens können wir zum konkreten Fall keine Angaben machen.“
Andreas Wintraken, Leiter des Forstbetriebsbezirks Aachen und auch für den Bovenberger Wald zuständig, bestätigt, dass illegale Müllentsorgung dort zunehmend zum Problem wird. Man werde die Kontrollen verstärken, um Umweltsünder künftig schneller ausfindig zu machen. „Für mich ist es völlig unverständlich, dass Menschen ihren Müll illegal entsorgen, obwohl viele Abfallarten kostenlos bei der Deponie Warden abgegeben werden können“, so der Revierleiter.
Grundsätzlich gehen die Behörden solchen Fällen systematisch wie folgt nach, teilt die Stadt Eschweiler mit: Zunächst wird die Ablagerung dokumentiert, anschließend beginnt die Spurensuche direkt im Müll. Immer wieder lassen sich Hinweise auf die Herkunft finden – etwa durch Adressreste oder Verpackungen. Diese Beweise bilden die Grundlage für mögliche Verfahren gegen die Verantwortlichen.
Ist ein Verursacher identifiziert, wird er in der Regel verpflichtet, den Bauschutt vollständig zu entfernen. Zusätzlich drohen empfindliche Strafen.
Schon kleinere Verstöße können mit Bußgeldern ab etwa 80 Euro geahndet werden. In schweren Fällen – etwa bei großen Mengen oder gefährlichen Stoffen wie Asbest – kann die Strafe jedoch auf bis zu 50.000 Euro steigen. Darüber hinaus sind strafrechtliche Konsequenzen möglich, wenn ein gravierendes Umweltdelikt vorliegt.
Neben Bußgeldern müssen Verursacher auch die Entsorgungskosten tragen. Wird jedoch niemand ermittelt oder kommt der Verantwortliche seiner Pflicht nicht nach, bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen – und damit letztlich die Allgemeinheit.
Die Stadt räumt ein, dass solche Taten nur schwer zu verhindern sind. Eine Videoüberwachung im öffentlichen Raum ist rechtlich nicht erlaubt, zudem wechseln die Orte der Ablagerungen häufig.
Es gäbe keine explizit besonders häufig betroffenen Gebiete. Vielmehr würde illegaler Müll meist dort abgelegt, wo keine Sozialkontrolle gegeben sei, zum Beispiel in Einmündungsbereichen von landwirtschaftlichen Wegen, auf abgelegenen dunklen Parkplätzen usw..
„Die Möglichkeiten einer Präventivarbeit seien - abgesehen von Öffentlichkeitsarbeit, Sensibilisierung und dem Angebot, bestimmte Müllsorten seit Anfang 2026 kostenlos auf der Deponie in Warden abzugeben - stark begrenzt“, bietet die Stadt an. Der Kommunale Ordnungsdienst überprüfe aber auch immer wieder abgelegene Orte und versucht in konkreten Fällen die Verursacher zu ermitteln.
Die Verwaltung setzt auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Der aktuelle Fall zeigt: Beobachtungen von Spaziergängern können entscheidend sein, um Umweltsünder zur Verantwortung zu ziehen.
Irmi Röhseler