07.07.2026
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Pressemitteilung

Sommerurlaub mit dem Auto

ADAC Nordrhein gibt 10 Tipps für eine entspannte Reise

Viele Menschen in Nordrhein-Westfalen starten ihre Reise in den Sommerurlaub mit dem eigenen Auto. Ob an die deutsche Küste, in die Niederlande, nach Österreich, Italien oder Kroatien – vor der Abfahrt sollten Autofahrende ihr Fahrzeug gründlich checken und die Reise gut vorbereiten. Das reduziert nicht nur das Pannenrisiko, sondern sorgt auch für mehr Sicherheit und Komfort unterwegs. Der ADAC Nordrhein gibt zehn Tipps für eine entspannte Urlaubsreise:

1. Fahrzeug richtig beladen: Der ADAC Nordrhein empfiehlt, sich ausreichend Zeit für die Ladungssicherung zu nehmen. Nicht oder falsch gesichertes Gepäck kann bei einer Vollbremsung oder einem Unfall ansonsten schnell zum gefährlichen Geschoss werden. Schwere Gepäckstücke gehören im Kofferraum nach unten und direkt an die Rücksitzlehne. Leichte Gegenstände kommen, möglichst ohne Spielraum, nach oben. Lose Kleinteile transportiert man am besten in Boxen. Ein stabiles Laderaumgitter oder Netz erhöht die Sicherheit, wenn das Gepäck über die Höhe der Rücksitzlehne reicht. Zudem empfiehlt der ADAC, die Ladung im Kofferraum mit einer Decke und Spann-/Zurrgurten zu sichern.

2. Reifendruck und Profiltiefe kontrollieren: Wer viel Gepäck dabei hat und/oder mit mehreren Personen im Auto in den Urlaub fährt, der sollte den Reifendruck erhöhen, rät der ADAC. Informationen zum richtigen Luftdruck für die entsprechende Beladungssituation finden Autofahrende meistens auf der Innenseite des Tankdeckels, im Infotainment-System oder dem Fahrzeug-Handbuch. Der ADAC Nordrhein empfiehlt, auf den Herstellerwert nochmal 0,1 bis 0,2 bar draufzupacken, um auf der sicheren Seite zu sein.

Gleichzeitig sollten Reifen auf Beschädigungen und ausreichende Profiltiefe überprüft werden. Gesetzlich vorgegeben ist eine Restprofiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern. Der ADAC empfiehlt jedoch drei Millimeter als Untergrenze, denn mit abnehmender Profiltiefe verliert der Reifen an Bodenhaftung und der Bremsweg verlängert sich. Messen lässt sich das mit einer Ein-Euro-Münze. Verschwindet der Goldrand im Profil, ist alles in Ordnung.

3. Flüssigkeitsstände überprüfen: Vor der Urlaubsfahrt sollten Motoröl, Kühlmittel sowie Scheibenwaschwasser kontrolliert und bei Bedarf aufgefüllt werden. Bei zu niedrigem Öl-Stand droht ein Motorschaden. Im Scheibenwischwasser sollte sich Reiniger befinden, um Insektenreste zuverlässig von der Windschutzscheibe zu entfernen. Außerdem auf intakte Wischerblätter achten.

4. Die 12-Volt-Batterie nicht vergessen: Auch im Sommer ist die Batterie mit einem Anteil von über 40 Prozent die Pannenursache Nummer eins. Während der Hitzewelle im Juni haben Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke in Nordrhein-Westfalen für einen Anstieg der Autopannen um 20 Prozent gesorgt.  Sowohl bei Verbrennern als auch E-Autos macht in vielen Fällen die 12V-Starterbatterie schlapp. Es folgen Probleme mit dem Motor bzw. Motormanagement (ca. 25 Prozent) sowie der Kühlung und Klimaanlage (13 Prozent). Der ADAC empfiehlt daher, das Auto vor Reisebeginn im Rahmen eines Urlaubschecks prüfen zu lassen.

5. Klimaanlage rechtzeitig warten: Damit die Klimaanlage im Urlaub zuverlässig funktioniert, ist eine regelmäßige Wartung wichtig. Der ADAC empfiehlt, alle zwei Jahre einen Termin für den Klimaservice in der Werkstatt zu vereinbaren. Der Pollenfilter sollte am besten jährlich getauscht werden. Die Klimaanlage außerdem einmal pro Jahr desinfizieren lassen. Dies kann z.B. in einem ADAC Prüfzentrum gemacht werden.

6. Hitze im Auto vorbeugen: Vor Fahrtbeginn sollte das Fahrzeug gründlich durchgelüftet werden. Dafür alle Türen sowie das Schiebedach öffnen. Auf längeren Fahrten sollten Autofahrer zumindest während der ersten Minuten die Fenster öffnen, bevor sie die Klimaanlage einschalten. Der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur sollte nicht zu extrem sein, optimal sind innen 22 bis 25 Grad. Kurz vor Erreichen des Fahrtziels die Klimaanlage dann wieder ausschalten und nur die Lüftung weiterlaufen lassen, damit Kondenswasser verdunstet und sich keine übelriechenden Bakterien und Pilze bilden können. Ein Sonnenschutz für die hinteren Seitenfenster (z.B. in Form einer speziellen Folie) hilft zusätzlich, die Hitze im Innenraum zu reduzieren.

Wer sein Auto abstellt, sollte möglichst im Schatten parken oder einen Sonnenschutz für die Frontscheibe verwenden sowie Kindersitze mit einem Tuch abdecken. Kinder und Haustiere dürfen niemals im geparkten Fahrzeug zurückgelassen werden – auch nicht für wenige Minuten oder mit geöffnetem Fenster. Je nach Sonneneinstrahlung kann sich der Fahrzeuginnenraum innerhalb kürzester Zeit auf 45 bis 60 Grad Celsius aufheizen. Und das auch dann, wenn es draußen nur 28 bis 29 Grad warm ist. Es droht Lebensgefahr.

7. Clever tanken: Tanken ist in Nordrhein-Westfalen oft etwas günstiger als in vielen anderen Bundesländern. Das liegt an der hohen Tankstellendichte und dem lokalen Wettbewerb. Wer in den Urlaub fährt, sollte das Auto am Tag vor der Abreise mittags um kurz vor 12 Uhr volltanken. Dann sind die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend nach und nach wieder ab. Wer am Morgen der Abreise tankt, kann somit ebenfalls schon sparen.

Wer unterwegs nachtanken muss, sollte die Autobahn verlassen. Ein aktueller ADAC Spritpreisvergleich zeigt: Im Schnitt sind Super E10 und Diesel je nach Bundesland an Tankstellen auf der Autobahn zwischen 16 und 43 Cent pro Liter teurer als an Straßentankstellen abseits der Fernstraßen. In NRW sind es bei beiden Kraftstoffsorten im Schnitt 33 Cent pro Liter, teilweise sogar noch deutlich mehr. Schon ein kurzer Umweg zur ersten Tankstelle nach der Ausfahrt reicht, um bei einer Tankfüllung 10 bis 25 Euro zu sparen. Wenn die Reise ins Ausland geht, rät der ADAC Nordrhein, auch die Spritpreise jenseits der Grenze mit den Preisen in Deutschland zu vergleichen und bei der Planung von Tankstopps zu berücksichtigen.

8. Baustellen und Ferienverkehr einplanen: Die Autobahnen im Großraum Köln/Bonn, sowie im Ruhrgebiet bleiben Stau-Hotspots. Gerade auf dem Kölner Autobahnring, im Bereich der vollgesperrten Bonner Nordbrücke sowie im Bereich Oberhausen/Duisburg (Kreuz Kaiserberg) müssen Reisende weiterhin mit Staus und Zeitverlust rechnen.

Die höchste Staugefahr auf den Autobahnen in NRW sieht der ADAC Nordrhein immer freitags von 14 bis 18 Uhr sowie zu den Stoßzeiten mit hohem Berufsverkehr am Mittwoch und Donnerstag von 7 bis 9 Uhr und 15 bis 18 Uhr. Wer flexibel ist, sollte seine Autoreise laut ADAC antizyklisch planen, zum Beispiel den Montag oder Dienstag als Anreisetag wählen oder zumindest außerhalb der Berufsverkehrszeiten starten. Wer in den Randzeiten frühmorgens oder am Abend losfährt, umgeht zudem die anstrengende Mittagshitze.

Bei einem Stau die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen zu fahren, bringt laut ADAC nur selten einen Vorteil. Oft sind auch die Ausweichstrecken schnell verstopft und für massenweise Zusatzverkehr nicht ausgelegt. In der Regel macht es daher erst ab Staus von mehr als zehn Kilometern Länge oder bei einer Vollsperrung Sinn, von der Autobahn abzufahren.

9. Für ausreichend Verpflegung und Beschäftigung sorgen: Vor allem Familien mit Kindern profitieren von einer guten Reiseplanung. Ausreichend Wasser, Saftschorlen oder Tee, leichte Snacks und regelmäßige Pausen (alle 1,5 bis 2 Stunden) helfen dabei, entspannt ans Ziel zu kommen. Familien sollten nach Möglichkeit Raststätten mit Spielplätzen oder Spielecken ansteuern, damit sich Kinder zwischendurch bewegen und austoben können.

Für Abwechslung während der Fahrt sorgen Bücher, kleine Spiele, Hörbücher oder Tablets. Kinder sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum nach unten schauen, denn so steigt das Reiseübelkeitsrisiko. Zudem sollten Tablets, Laptops oder andere elektronische Geräte bei Nichtgebrauch sicher verstaut werden, damit sie bei einer Bremsung oder einem Unfall nicht durchs Auto fliegen.

10. Sichere Anreise mit dem Haustier: Wer Hund oder Katze mit in den Urlaub nimmt, sollte auf eine geeignete Sicherung im Fahrzeug achten – rechtlich gelten Haustiere als Ladung und müssen entsprechend gesichert sein. Besonders geeignet sind stabile Transportboxen aus Kunststoff, die möglichst im hinteren Fußraum untergebracht werden. Dabei sollte die Box zur Größe des Tieres passen, denn in einer zu großen Box steigt das Verletzungsrisiko bei Brems- oder Ausweichmanövern. Wird die Transportbox im Kofferraum transportiert, sollte sie zusätzlich mit Gurten gegen Verrutschen gesichert werden. Kann ein Tier nicht in einer Box gesichert werden, bieten spezielle Sicherheitsgeschirre mit Gurtsystem eine gute Alternative. Für Reisen ins Ausland sollten Tierhalter frühzeitig prüfen, welche Einreisebestimmungen (insbesondere Impfungen) gelten und ob der EU-Heimtierausweis vollständig ist.

red