26.02.2026
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Rennfahrer Jochen Krumbach geht virtuell ans Limit

Eschweiler. Jochen Krumbach sitzt diesmal nicht im Cockpit eines Rennwagens, sondern im Simulator. Der Rennfahrer aus Weisweiler startet in der Digitalen Nürburgring Langstrecken-Serie, einer offiziellen Motorsport-Meisterschaft auf der virtuellen Nordschleife. An diesem Samstag steht ein dreistündiges Rennen an, live auf Youtube übertragen und professionell kommentiert. Gefahren wird im Team – wie im realen Langstreckensport wechseln sich die Piloten ab. Krumbach tritt im Ford Mustang GT3 für Scherer-eSport an.

Zum Sim-Racing kam er in der Corona-Zeit. „Damals war ja nichts anderes möglich.“ Ein Jahr später fragte das Team Phoenix Racing (heute Scherer) an. Ein echter Rennfahrer sollte das E-Sport-Team ergänzen. „Seitdem bin ich dem Thema verfallen.“ Die Emotion sei im echten Auto natürlich anders, versichert der 55-Jährige. „Die Fliehkräfte fehlen beim Sim-Racing, aber Schalt- und Bremspunkte, Linie, Geschwindigkeiten – das ist alles wie in echt.“ Im Simulator geht er mehr Risiken ein als in der Realität, fährt stets am Limit.

Was nach Spiel klingt, ist mental anstrengende Arbeit. In stundenlangem Training tauscht Krumbach sich mit den Teamkollegen aus, legt Runden-Daten übereinander, tüftelt am Setup. Jede Veränderung am virtuellen Auto ist sofort spürbar. Es geht um die beste Mischung aus Speed, Fahrbarkeit und Konstanz. Der Simulator mit großen Bildschirmen, Rennsitz und echtem Lenkrad wirkt futuristisch, Technik und Kommunikationseinheit baute Krumbach teils selbst. „Als 1,90-Meter-Mann schätze ich die Raumfreiheiten im Vergleich zum engeren Cockpit eines Rennwagens“, sagt er lächelnd.

Teams wie Scherer nutzen die digitale Bühne fürs Image, zudem als Entwicklungsfeld fürs Auto und junge Nachwuchsfahrer. In den Rennen misst Krumbach sich mit Sim-Profis und bekannten Namen – wie bereits Formel 1-Star Max Verstappen. Für den Eschweiler gilt digital wie in der Realität: Am Ende zählt, wer am schnellsten ist.

Tim Schmitz