01.03.2026
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Fasten verbindet – Mehr als nur Verzicht

Eschweiler. Nun ist sie da, die Fastenzeit: 40 Tage Verzicht auf Süßes, Fleisch, Alkohol, Zigaretten … Die Liste, woraus der Verzicht bestehen könnte, ist individuell und lang. Viele nutzen die Fastenzeit, um mit schlechten Gewohnheiten aufzuräumen, und mit etwas Glück schafft man es, diese nach Ende der Fastenzeit dann auch nicht mehr aufzunehmen.

Aber dass die Fastenzeit mehr ist als nur Verzicht und eigentlich aus drei Säulen besteht, ist vielen gar nicht bewusst.

Neben dem Verzicht gehört als zweiter wichtiger Punkt auch dazu, sich einmal umzuschauen und dem Nächsten etwas „Gutes zu tun“. Das kann ruhig im kleinen Rahmen sein. Auch das Eindrehen einer neuen Glühbirne bei einem Senior in der Nachbarschaft zählt schon. Wichtig ist der Gedanke an das Wohl der anderen.

Eine weitere Säule in der Fastenzeit ist die innere Einkehr. Wer jetzt denkt, „mach ich nicht und brauch ich nicht“, der sollte es doch einmal versuchen. 
Ganz bewusst stoppen, die täglichen Sorgen und Aufgaben hintenanstellen und sich einmal selbst reflektieren. Das führt zu erstaunlicher mentaler Klarheit, gibt innere Kraft und aktiviert nachweislich die Selbstheilungskräfte, wie auch die Wissenschaft mittlerweile erkannt hat.

Erstaunlich ist, dass in allen Weltreligionen das Fasten fest verankert ist. Bei den Muslimen heißt die Fastenzeit Ramadan. In diesem Jahr findet er sogar zeitgleich mit der christlichen Fastenzeit statt – hier ist an 30 Tagen Essen nur vor und nach Sonnenuntergang erlaubt. Die Unterstützung Bedürftiger, Selbstreflektion und Gebete gehören aber auch genau wie bei den Christen dazu.

Am Ende einer jeden Fastenzeit steht ein Freudenfest, an dem man das Leben feiert. Ostern bei den Christen mit bunten Osternestern – bei den Muslimen das Zuckerfest mit kleinen Geschenken an die Kinder. Das sind ganz viele Gemeinsamkeiten, wird sich jetzt der Leser denken. Und damit hat er vollkommen recht.

Gaby Römers