Zurück zur Ruhe: Drimbornshof wird wieder autofrei
Eschweiler. Jahrelang wurde ein Auge zugedrückt, wenn Autos im eigentlich autofreien Drimbornshof parkten – damit ist nun Schluss. Nach mehreren Anträgen politischer Parteien wird das historische Areal wieder konsequent vom Verkehr befreit. Die Strukturförderungsgesellschaft Eschweiler mbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen der Stadt Eschweiler und verantwortlich für das Gelände, setzt die Maßnahme jetzt um.
In den kommenden Tagen soll die Zufahrt in den Innenhof durch Poller gesperrt werden. Zuvor hat die Gesellschaft das Gespräch mit allen ansässigen Mietern gesucht – die meisten zeigten Verständnis für die erforderliche Maßnahme.
„Selbstverständlich erhalten Rettungsdienst und Feuerwehr einen Schlüssel. Auch die Mieter bekommen jeweils einen Schlüssel, um bei Anlieferungen oder im Notfall die Zufahrt öffnen zu können“, erklärt Geschäftsführer Stephan Miseré.
Eigentlich sei der Drimbornshof nie für Autos vorgesehen gewesen. Darauf wiesen auch die entsprechenden Hinweisschilder an den Eingängen hin. „Leider hat sich daran über Jahre hinweg kaum noch jemand gehalten – der Innenhof wurde zunehmend zugeparkt“, so Miseré. Die Folgen waren sichtbar: Beim Rangieren wurden immer wieder Laternen, Bänke und Abfallbehälter beschädigt, auch das historische Kopfsteinpflaster litt unter der Belastung. „Lose Pflastersteine mussten regelmäßig neu befestigt oder ausgebessert werden. Hätten wir das so weiterlaufen lassen, wäre allein für die Sanierung des Pflasters ein sechsstelliger Betrag fällig geworden“, betont Miseré.
Ein weiterer Beweggrund für die Neuordnung war ein geplanter Gastronomiebetrieb. In der ehemaligen Apotheke sollte ein Café entstehen, doch der Interessent ist inzwischen abgesprungen. Ganz aufgegeben ist die Idee jedoch nicht: „Bestehende oder künftig freiwerdende Räume im Drimbornshof könnten gezielt für gastronomische Konzepte genutzt werden“, sagt Miseré.
Unabhängig davon soll der denkmalgeschützte Hof aus dem 15. Jahrhundert, einst Rittersitz der Herren von Drimborn, wieder stärker als Aufenthaltsort erlebbar werden. Geplant sind eine neue Seitenbeleuchtung, neue Sitzbänke sowie – in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde – eine neue Bepflanzung. Ziel sei es, die Aufenthaltsqualität spürbar zu erhöhen und dem historischen Ensemble neuen Glanz zu verleihen.
Für die Mieter des Drimbornshofes wurden derweil an der Wilhelm-Proemper-Straße entsprechend beschilderte Parkplätze eingerichtet.
Irmi Röhseler