25.02.2026
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Diese Regeln müssen mit nach Berlin

Eschweiler. „Diese Regeln müssen mit nach Berlin - da haben einige diese Regeln dringend nötig!“ Das war die klare Aussage der Bundestagsabgeordneten Claudia Moll, als ihr im Rahmen eines Besuches der Wohnhäuser der Caritas Lebenswelten die kleine Broschüre „Regeln für das Miteinander“ vorgestellt wurde.

Das sahen Dr. Michael Bräuer und sein Team, zusammen mit den Klienten Vertretern Jessica Esser (Vorsitzende der Klienten Vertretung CLW), Elke Hallmann (Mitglied) und Marco Bausen (Vorsitzender Bewohnerbeirat Wohnhaus Recker Park), ebenso und überreichten ihr auf der CLW Geschäftsstelle Eschweiler die druckfrischen Hefte zur Weiterleitung an den Bundestag.

Gleichzeitig nutzten sie die Gelegenheit, darauf aufmerksam zu machen, dass hier behinderte Menschen und ihre Betreuer es geschafft haben eine Broschüre zu erstellen, die für alle Menschen ein Leitfaden für das Leben in einer Gemeinschaft sein kann. Der Verhaltens - Kodex in der Broschüre sollte nämlich für jedermann und nicht nur für die Klienten und Mitarbeiter der Caritas Lebenswelten gelten. Denn hier ist jeder gleichberechtigt.

Alle Texte in der Broschüre werden begleitet von Piktogrammen, die auch für nicht Lesende oder Anderssprachige die Regeln gut verständlich machen.

Öffnet man die Broschüre, weist gleich am Anfang die erste Regel daraufhin, wie verletzend Worte sein können und legt fest, dass jeder das Recht hat, vernünftig angesprochen zu werden.

Eine Grundbasis für jedes Miteinander.

Ganz klare Regeln gibt es auch im Umgang mit den Sozialen Medien und dem Internet. Hier verpflichten sich alle zu einem vernünftigen Umgang - auch bei der Benutzung der Handys. Das heißt: In Chatgruppen gibt es kein Cybermobbing, es werden keine Fotos von anderen ungefragt gepostet oder verschickt.

Dies sind nur zwei Beispiele aus der Broschüre: „Regeln für das Miteinander“. In ihr gibt es Regeln für alle Bereiche des täglichen Lebens.

Mit ihren Unterschriften auf der letzten Seite des Heftes bestätigt jeder Klient und jeder Mitarbeiter der Caritas Lebenswelten, die Bereitschaft nach diesen Regeln zu handeln.

Aber auch außerhalb der CLW wünschen sich die Verfasser der Broschüre, dass der Verhaltenkodex auch bei den nicht behinderten Mitmenschen ankommt und für mehr Fairness und Verständnis gegenüber den Menschen mit Einschränkungen sorgt.

Jessica Esser, eine engagierte junge Frau, die durch Frühgeburt lernbehindert ist, erklärt hierzu, in einem eigens dafür verfassten Schreiben, wie sehr sie seit ihrer Kindheit mit Hänseleien und Ablehnung zu kämpfen hat. Ihre Botschaft an alle „Normalos“: „Denkt bitte daran, kein Behinderter hat sich seine Einschränkung ausgesucht!“ Sie empfindet es als sehr ungerecht, dass sie als behinderter Mensch nicht so akzeptiert wird, wie sie ist.

Schuld daran sind unter anderem auch Berührungsängste. Dass diese abgebaut werden, daran arbeitet man bei den Caritas Lebenswelten, wie auch Geschäftsführer Dr. Michael Bräuer betonte. So gibt es schon eine inklusive Fußballmannschaft und barrierefreie Tanzveranstaltungen. Selbstverständliche Zugehörigkeit sollte nach Meinung von Andreas Puth (Betreutes Wohnen CLW Nord West) und Phillip Lauber (Betreutes Wohnen CLW Eschweiler), Ziel für alle sein.

Dies sah auch Claudia Moll so und nahm zur Unterstützung der Klienten der CLW noch rasch eine ihrer populären Videobotschaften an den Bundestag auf, bevor sie sich herzlich verabschiedete.

Gaby Römers