30.09.2025
8 Fotos

Großübung des THW Landesverbandes Nordrhein-Westfalen – FÜLEX

Eschweiler. An vier Wochenenden im August und September übten pünktlich zum 75. Jubiläum des THW mehr als 4.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte in realistischen Szenarien. Unter dem Stichwort FÜLEX 25 der „fähigkeitsübergreifende landesweite Übung“ versteckt sich die bislang größte landesweite Zivilschutzübung des Technischen Hilfswerks (THW) in Nordrhein-Westfalen. An den Standorten Essen, Duisburg, Düsseldorf und insbesondere in Mönchengladbach übten die freiwilligen Helferinnen und Helfer aus fast allen 127 THW-Ortsverbänden in NRW mehrere von insgesamt rund 50 vorbereiteten Szenarien aus sechs Themenfeldern. Mit dem finalen Übungswochenende vom 19. bis 21. September 2025 konnte diese Großübung erfolgreich beendet werden.

Das Einsatzszenario war wie folgt: Wir befinden uns mitten in einer hybriden Bedrohungslage. Am östlichen Rand des NATO-Gebietes herrscht Krieg. Gleichzeitig ist es ein nasskalter Sommer. In den letzten Wochen hat es so viel geregnet, dass die Böden übersättigt sind und die Flüsse und Gewässer einen hohen Pegelstand anzeigen - alles zusammen eine akute Bedrohung nicht nur für die Infrastruktur. Bei diesem Szenario stehen die folgenden Fähigkeiten des THW im Fokus: Bergung, Führung, Logistik, Elektroversorgung, Notversorgung, Wasserschaden/Pumpen. Hierzu gehören beispielweise auch das Retten von Personen aus gefährlichen Situationen und das unterstützende Sichern eines Tatorts. Ziel der Übung war es, die Fähigkeiten des THW im Zivilschutz zu schärfen und die Zusammenarbeit der Einheiten zu trainieren.

Im Mittelpunkt des letzten Übungswochenendes standen erneut die Technischen Züge des THW. Hierbei wurden die Einheiten bewusst aus unterschiedlichen Ortsverbänden zusammengestellt, um wie im realen Einsatz zusammenzuarbeiten. Dieses Vorgehen spiegelt die Realität in Großschadenslagen wider, wenn Kräfte aus unterschiedlichen Regionen kurzfristig gemeinsam eingesetzt werden.

Die Aufgabenpalette während der Übung war breit gefächert: Arbeiten im und am Wasser, Beleuchtung und Elektroversorgung, Atemschutz- und Gefahrgutlagen, Abstützen und Aussteifen, technische Rettung sowie verschiedene Aspekte des Zivilschutzes. Auch Sabotageakte wurden simuliert; ein Pyrotechnik-Team der Fachgruppe Sprengen sorgte mit Rauch, Feuer und Explosionen für zusätzliche Realität im Übungsgeschehen.

Ebenso übte die Fachgruppe Bergungstauchen gemeinsam mit den Technischen Zügen den Aufbau eines Hochwasserstegs. Das Jugendrotkreuz (JRK) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) unterstützten die Übung als Notfalldarstellende. Auch das THW-Einsatznachsorgeteam übte vor Ort und war für die Einsatzkräfte in belastenden Situationen unterstützend tätig.

Zur Koordinierung der rund 1.000 Einsatzkräfte an diesem finalen Übungswochenende unterstützten die Fachzüge Führung und Kommunikation sowie Logistik die Übungsleitung. Während die Fachgruppe Logistik Materialwirtschaft für Nachschub der Verbrauchsgüter und für Reparaturen von Einsatzgeräten sorgte, stellte die Fachgruppe Logistik Verpflegung die Versorgung sicher. Über die gesamte Übung wurden so über 4.500 Mittagsmahlzeiten frisch zubereitet und ausgegeben.
Auch der THW Ortsverband Eschweiler war mit seiner Bergungsgruppe und der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung und 11 Helferinnen und Helfern, unter der Leitung des Ausbildungsbeauftragten Rene Rüben, ebenfalls Teil der Übung an diesem finalen Wochenende.

Wie bereits erwähnt wurden die Technischen Züge bewusst aus mehreren THW-Ortsverbänden zusammengestellt und so arbeitete die Eschweiler Bergungsgruppe mit der Fachgruppe Notversorgung des Ortsverbandes Jülich unter der Leitung eines Zugtrupps aus dem OV Aachen. Ein weiterer Zugtrupp des zweizügigen Ortsverbandes Aachen bildet dann mit den Bergungsgruppen aus Düren und Beul sowie der Eschweiler Fachgruppe Notversorgung einen weiteren Einsatzzug.

Einige ihrer Aufgaben waren das Auffinden sowie die Erste Hilfe und das Betreuen von Verletzten. Die nachfolgende Bergung von Personen mit und ohne Atemschutz musste aus verschiedenen Etagen mit Leiterhebel, Schleifkorb, Spineboard oder auch Krankentragen erfolgen. Mauerdurchbrüche mit Motortrennschleifer und Aufbrechhammer standen ebenso auf dem Programm wie das Ausleuchten diverser Einsatzstellen und der Bergung von Personen aus verunfallten Fahrzeugen.

Diese sehr gut vorbereitete Großübung hat alle Eschweiler Teilnehmer begeistert und der gelebte Teamgeist sowie die Zusammenarbeit mit den Ortsverbänden war vorbildlich.

Die FÜLEX25 bot eine einmalige Gelegenheit, Ausbildung und Zusammenarbeit unter realistischen Bedingungen auf ein neues Niveau zu heben. 

Weitere Informationen finden Sie unter https://story.thw.de/fuelex2025

Bericht: Erwin Emmerich, BÖ THW Eschweiler                     
Bilder: Media-Team THW LV NRW