09.11.2025
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Denkmal erinnert an die ehemalige Kirche St. Michael in Eschweiler

Eschweiler. Zehn Jahre nach der Profanierung und sechs Jahre nach dem Abriss der Kirche St. Michael hat Eschweiler am Freitag an nahezu derselben Stelle ein Denkmal eingeweiht, das an das frühere Gotteshaus und seine Gemeinde erinnert. Für viele Menschen in der Nachbarschaft war der Verlust der Kirche eine sehr emotionale Erfahrung. Mit dem neuen Erinnerungsort wird nun die Geschichte und Lebenszeit von St. Michael wieder sichtbar und weitergegeben. Das Objekt steht nun in Sichtweite der Kindertagesstätte ,,Indestrolche” der städtischen BKJ an der Dechant-Kirschbaum-Straße- an einem Ort, der für viele Menschen in der Nachbarschaft noch immer eng mit St. Michael verbunden ist.
Das Denkmal wurde von der Architektin Corinna Franken gemeinsam mit Bernd Telschow konstruiert und umgesetzt. Telschow ist stellvertretend für die Gemeinde St. Peter und Paul sowie als Mitglied des Kirchenvorstandes St. Peter und Paul in das Projekt eingebunden.

Franken betonte bei der Eröffnung die persönliche Dimension des Projekts:
„Mein Vater war damals als Planer an der Kirche beteiligt, und auch meine Großeltern waren in die Entwicklung eingebunden. Für mich ist dieses Denkmal als Gemeindemitglied eine Herzensangelegenheit“, sagte sie. Es habe alternative Entwürfe gegeben. „Eine reine Betonstele wäre mir zu banal gewesen. Ein interaktives Modell ist anschaulicher und es lädt dazu ein, zu entdecken.“ Unterstützt wurde die gestalterische Umsetzung zudem von einem Designer aus Köln.

Das interaktive Element ist zentral:
Das Denkmal besteht aus sechs drehbaren Boxen, die auf vier Seiten jeweils Bilder und Texte zeigen- insgesamt 24 Darstellungen, geordnet nach den Themen „Historie“, „Bestand“, „Gemeinde“ und „Wandel“. Zusätzlich sind QR-Codes angebracht, über die weitere Informationen digital abrufbar sind.
Auch Bernd Telschow hob die Bedeutung des Standortes hervor:
„Für viele in der Nachbarschaft war der Verlust der Kirche damals ein Herzschmerz. Jetzt steht das Denkmal an einem Ort, der weiterhin im Alltag vorkommt. Und gerade die Kinder aus der Kita sind eingeladen, die Würfel zu drehen und sich die Bilder anzusehen- so bleibt die Geschichte lebendig.“

Priester Michael Datené, Leiter der Gemeinden in Eschweiler-Mitte, erzählte in einem Gespräch, wie stark die Gemeinde einst in St. Michael verwurzelt war:
„Ich habe schon 2004 miterlebt, wie lebendig die Gemeinschaft in Eschweiler war. Seit 2015 bin ich in der Gemeinde und ich habe den Schmerz und die Trauer über den Verlust mitbekommen. Dieses Denkmal ist ein Weg, das, was uns wichtig war und wichtig bleibt, weiterzuführen.“ Einige Sakralgegenstände, darunter das große Bild des Erzengels Michael, wurden nach der Profanierung in St. Peter und Paul bewahrt.

Für die Stadt Eschweiler sprach Annika Effenberg, zuständig im Amt für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus. Sie dankte allen Beteiligten für Engagement und Ausdauer bei der Umsetzung des Erinnerungsortes.

Mit dem Denkmal wird St. Michael nun wieder sichtbar und das als Teil der Stadtgeschichte und als Ort, an dem Erinnerungen nicht verblassen, sondern weitergegeben werden.

Ardita Hashani