01.09.2025
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Bushaltestelle „Wilhelminenstraße“ sprengt alle Maße

Eschweiler. Wer in den letzten Tagen die frisch sanierte Straße „Stich“ entlangfährt, dem dürfte eines sofort ins Auge stechen: Eine Bushaltestelle der Superlative. Dort, wo zuvor sieben Autos bequem parken konnten und der Bus problemlos seine Haltebucht anfuhr, zieht sich nun eine gigantische Haltestellenfläche - rund 60 Meter - entlang.

Zum Vergleich: Eine Regel-Bushaltestelle misst etwa 18 bis 19 Meter. Warum also das Dreifache? Diese Frage stellen sich nicht nur die Anwohnerinnen und Anwohner, sondern auch Geschäftsleute, Patienten und Besucher in der Umgebung.

Die Maßnahme ist Teil der aktuellen Straßensanierung, die von der Städteregion Aachen finanziert, aber von der Stadt Eschweiler geplant wurde. Neben auffällig grellen, roten Fahrradwegen fällt nun auch die überdimensionierte Bushaltestelle unangenehm ins Auge – vor allem, weil sie mit einem empfindlichen Wegfall dringend benötigter Parkplätze einhergeht. Von den vormals sieben Stellplätzen bleiben gerade einmal zwei übrig.

Bereits vor einigen Jahren wurden in der Nähe vier Parkplätze gestrichen, um Platz für einen sogenannten Elternparkplatz zu schaffen. Die Parkplatzsituation wurde seither immer wieder, auch in Bürgersprechstunden mit der Bürgermeisterin, als problematisch thematisiert. Eine Besserung? Fehlanzeige. Jetzt ist der Ärger groß.

„Hier wurde ohne Sinn und Verstand geplant“, schimpfen Anwohner, die über den Wegfall nicht einmal informiert wurden. Stattdessen wurden die Stellflächen ohne Vorankündigung entfernt, neue Markierungen und weiße Zickzack-Linien machen unmissverständlich klar: Parken verboten!

Auch die Betreiber mehrerer Gesundheitspraxen, unter anderem im Bereich Physiotherapie und Podologie, sind fassungslos. Ihre Patienten – viele davon mobilitätseingeschränkt – finden keine Parkmöglichkeit mehr in unmittelbarer Nähe. Einige kündigten bereits an, ihre Behandlung nicht fortsetzen zu können.

Eine Beschwerde wurde mittlerweile bei der Stadtverwaltung eingereicht. Ob diese auf das massive Unverständnis und die Kritik der Bürger reagiert, bleibt abzuwarten.
Bis dahin steht die Bushaltestelle „Wilhelminenstraße“ nicht nur als Haltepunkt für den Linienbus – sondern auch als Symbol fragwürdiger Stadtplanung.

red