27.02.2024
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Parkraumkonzept für West: Politik äußert Kritik und zielt auf Details ab

„Wir haben das Konkrete vermisst“, dieses Fazit zogen gleich mehrere Mitglieder im vergangenen Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss (PlUBA). Im Fokus stand das Parkraumkonzept für den Bereich Eschweiler-West (Hauptbahnhof bis Indestraße, Röthgen bis West).

Michael Boßhammer, Geschäftsführer der „mobildenker“ (Leichlingen, NRW), präsentierte die Ergebnisse einer Parkraumanalyse und daraus abgeleiteten Maßnahmen. Dass er in 15 Minuten, die ihm vorgegeben waren, nur einen kurzen Impulsvortrag halten konnte, führte dann eben zu der Kritik von Vertretern unterschiedlicher Fraktionen wie Aaron Möller (SPD) und Michael Cremer (BASIS).

„Das umfassende Konzept wird noch vorgelegt“, sagte der Technische Beigeordnete Hermann Gödde zu und beschrieb den Vortrag von Boßhammer als ersten Aufschlag. Der zweite soll im Sommer folgen, nachdem die einzelnen Fraktionen das Gesamtkonzept durchgearbeitet haben. Nichtsdestotrotz lieferte die Präsentation im PlUBA vergangenen Donnerstag einen Eindruck, wie es um die Parksituation in „West“ steht und welche Maßnahmen in Zukunft laut „mobildenker“ zu erwägen sind.

Aktueller Stand
So berichtete Michael Boßhammer zunächst über das empirische Vorgehen. Nach Sichtung vorhandener Unterlagen wie ESKLIMO (aus 2019) und Integriertes Stadtteil-Entwicklungskonzept (ISTEK aus 2018) wurde eine Bestandsaufnahme vor Ort gemacht. Dabei wurde die Parksituation an einem Tag zwischen 6 und 23 Uhr sechsmal dokumentiert. Das Ergebnis: Im Tagesverlauf werden im Schnitt 25 % der Parkstände – im Bereich West sind es über 4.000 – nicht genutzt und stehen somit „Parkplatz-Suchern“ zur Verfügung. Eine durchschnittliche Komplett-Auslastung haben die „mobildenker“ bei ihren bisherigen Untersuchungen weder in Groß- noch in kleineren Städten gemessen. „Hot Spots“ des erhöhten Parkdrucks in Eschweiler-West sind zu bestimmten Uhrzeiten vor allem der Hauptbahnhof und das Berufskolleg. Zudem seien viele Fahrradabstellplätze in schlechter Qualität. Befragungen vor Ort haben darüber hinaus ergeben, dass 80 % der Parkplatznutzer ihr Fahrzeug vier Stunden oder länger abstellen.

Maßnahmen
Der „mobildenker“-Geschäftsführer kam zu dem Fazit, dass der Bereich West ein heterogenes Gebiet mit recht unterschiedlichen Nutzungen und Anforderungen ist, indem Teilbereiche unter hohem Parkdruck leiden. Er empfahl langfristig, auch die Innenstadt als zentralen Kern zu betrachten.

Als grundsätzliche Ziele nannte Boßhammer, den vorhanden Parkraum effizient zu nutzen, die Parksuche zu reduzieren und die Erreichbarkeit von Parkmöglichkeiten zu steigern. Dabei sei der Spagat zu meistern, neue Parkflächen zu schaffen, Alternativen zum motorisierten Individualverkehr (MIV) zu fördern und die Aufenthalts- und Gestaltungsqualität zu steigern. Sichere Abstellanlagen für den Radverkehr und der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge sei ebenfalls weiterzuentwickeln.

Um die vorhandene Stellplatz-Flächen zu steigern, sei die Umwandlung in Parkhäuser denkbar. Am Hauptbahnhof wird dies schon seit längerem in Betracht gezogen, als weiteres Beispiel nannte Boßhammer den Parkplatz hinter der Arbeitsagentur.

Fazit
Ausschussmitglied Andreas Lutter (SPD) brachte im Verlauf der politischen Diskussion den Vorschlag ein, eine längere Veranstaltung durchzuführen, die sich nur mit dem Gesamtkonzept befasst, um die Detail-Maßnahmen zu beraten. Zustimmung erhielt er dabei unter anderem von Renée Grafen (CDU) und Michael Cremer (BASIS).

Manuel Hauck