26.02.2024
6 Fotos

Biofuturistische Kunst: International bekannter „Aljoscha“ stellt zweifach aus

Ein international bekannter und preisausgezeichneter Künstler gastiert aktuell in Eschweiler und das gleich doppelt. Am vergangenen Wochenende wurde die Kunstausstellung „Mythos Modern“ von der Galerie Art Engert eröffnet. Protagonist ist der ukrainische Bildhauer und Maler „Aljoscha“, bürgerlich Aleksey Alekseevich Potupin.

In der evangelischen Dreieinigkeitskirche wurde die Ausstellung genau an dem Tag eröffnet, als sich der Kriegsbeginn in der Ukraine zum zweiten Mal jährt. Anlass war das ökumenische Friedensgebet mit Beteiligung von Bürgermeisterin Nadine Leonhardt. Wie Pfarrer Thomas Richter berichtet, kam Galeristin Anita Engert vor rund einem halben Jahr mit der Idee auf die Gemeinde zu, Kunst von Aljoscha in der Kirche zu präsentieren. Die Plastiken, die nun bis zum 30. Juni – vor, während und nach den Gottesdiensten sowie jeden Dienstag und Donnerstag von jeweils 11:00-13:00 Uhr – zu bestaunen sind, wurden von dem Künstler eigens für die Ausstellung kreiert. Sie bilden als pinkfarbene Gebilde einen mythischen Pol im Kirchenraum.

Konzeptionell widmet sich Aljoscha, der seine futuristisch anmutenden Werke häufiger in Kirchen ausstellt, dem Bioismus. Seine Werke, vor allem Installationen, symbolisieren die Auseinandersetzung mit und der Faszination für den Mikrokosmos und den Entwicklungen in der Biotechnologie – in Zeiten künstlicher Intelligenz und der Frage: Wo sind die Grenzen zu ziehen zwischen organischem und anorganischem Leben? Aljoscha, der in der Ost-Ukraine aufwuchs, an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf seine künstlerische Karriere begann und seit 2003 in der Landeshauptstadt lebt und arbeitet, gewährt Einblicke in sein Schaffen. Für ihn ist Kunst ein Prozess, dem er sich geradezu philosophisch nähert. Die Biologische Revolution mit der Schaffung künstlicher Organismen wirft die Frage nach der Definition von Leben auf. Aljoschas Intention: Seine Plastiken stellen Verlebendigung dar und werden somit für den Betrachter lebendig. Zweifelsohne erscheinen die Werke aus Acrylglas, Silikon und Acrylfarbe als futuristische Organismen. Sie schweben unter der Kirchendecke und entwickeln durch den Lichteinfall eine außergewöhnliche Dynamik.

Der zweite Ausstellungsort ist die Galerie Engert, die unter dem Titel „Mythos Modern“ nicht nur Aljoschas – in diesem Fall lilafarbenen – Installation, sondern auch Werke von Henri Deparade und Konrad Ziolkowski ausstellt. Interessierte können die Ausstellung in der Wilhemstraße 73g auf Anfrage besuchen (Telefon: 02403 504777, E-Mail: info@galerieartengert.de).

Manuel Hauck